Cash only
—Cheers Hostel - Istanbul—
Und da sind wir wieder. Nach einem klitzekurzen Abstecher nach Asien (hehe) sind wir jetzt in Istanbul gelandet. Ich dachte ja immer, das Fliegen ist das Gefährlichste an unserer Reise - Mann, lag ich falsch damit. Jetzt mal bitte alle melden, die schon mal in Istanbul in einem Auto gefahren sind. Wie viele Nahtoderfahrungen hattet ihr? Wir kommen auf drei.
Aber mal von Anfang an. Unser letzter kurzer Tag in Rom war unspektakulär. Vor unserem Flug hatten wir noch etwas Zeit und langweilten uns ein bisschen, das Ergebnis ist in unserem letzten Blogbeitrag zu bestaunen. Der Flug an sich war auch ereignislos, was bei Flügen ja für gewöhnlich eine gute Sache ist. Das Abenteuer ging erst in der Türkei los.
Wir fanden unseren Bus erstaunlich schnell. Eigentlich sollten wir einen anderen nehmen, aber die freundlichen Türken wiesen uns auf einen billigeren, weil Linienbus, hin. Also sprangen wir da rein. Wie kann ich das am besten beschreiben? Chaotisch fällt als erstes ein. Regeln? Die gibt's hier, aber wer sich dran hält, bleibt stehen. Die Straßen sind mehrspurig, aber auch an die Spuren hält sich niemand. Wozu ist denn auch sonst dieser komische Standstreifen am Rand da? Genau. Wenn jemand blinkt, wird er natürlich nicht reingelassen. Er hätte halt gleich auf der richtigen Spur fahren sollen. Wenn er dann trotzdem versucht einzuscheren, wird erstmal kräftig gebremst, dann gehupt und dann wieder geatmet, weil man das ganz vergessen hat, schließlich sah man sich selbst schon tot auf der Straße liegen. Also, irgendwie ist es ja ganz lustig, dieses Abenteuer. Denn irgenwie funktioniert es ja auch. Aber wir können nicht genug erwähnen wie glücklich wir sind, hier nicht selber am Steuer sitzen zu müssen.
So. Einmal lebendig angekommen, war unsere Reise zum Hostel ja noch lange nicht vorbei. Istanbul ist RIESIG. Wir mussten noch eine Runde über den Bosporus auf die andere Seite fahren, dann ein paar Stationen Tram und schlussendlich etwas laufen, und schwubs! schon waren wir da.
Unser Zimmer im Hostel ist mal wieder winzig und fensterlos. Das heißt zum Einen mal: kein natürliches Licht, und zum Zweiten: Man kann auch nicht lüften. Aber dafür gehört es ganz uns...
Gestern und heute sind wir schon ein bisschen durch unser Viertel, Sultanahmet, gelaufen. Hier reiht sich ein bunter Laden an den nächsten, also ganz so, wie wir es uns vorgestellt haben. Lustig sind die abertausenden Teppichläden - man denkt ja immer, das ist ein Klischee. Nein, es ist wirklich so.
Etwas nervig sind die netten Türken. Bleiben wir auch nur eine Millisekunde stehen oder sehen uns unsicher nach dem richtigen Weg um, sofort werden wir angesprochen. Das ist ja vielleicht ganz nett gemeint, aber man wird die Leute dann einfach nicht mehr los. Also Blick zum Boden und zielstrebig durch die Straßen.
Erlebt haben wir noch nicht viel. Unser heutiges Ziel war, einen Weg von hier nach Budapest zu finden. Das erwies sich als etwas schwierig. Eigentlich wollten wir Bus fahren, aber wir fanden einfach kein Unternehmen, dem wir wirklich vertrauten. Da kam wieder dieses obengenannte Problem: Wir waren unsicher und sofort von Männern umringt, die in gebrochenem Englisch auf uns einredeten, bis wir ganz verwirrt wieder die Flucht ergriffen. Glücklich waren wir jedenfalls nicht. Also befragten wir den Computer, genauer das Internet. Und siehe da: Unsere Pläne haben sich komplett geändert. Wir wollen noch nicht zuviel verraten, aber lest nächsten Montag mal genauer die Ortsbeschreibung ;-)
Gut, was bleibt noch zu erwähnen? Wir haben echten Kebap gegessen und er war lecker! Außerdem waren wir in der blauen Moschee. Sie sieht ganz anders aus als alle Kirchen, in denen wir waren, was vielleicht ja auch zu erwarten war. Ach, und es regenet hier mal wieder und ist auch überhaupt nicht warm. Schwül eher.
2012-05-16 18:44:27
Frau webt einen TeppichBlaue Moschee von AußenBlaue Moschee von Innen

Kommentare


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Janett schrieb am 18.05.2012, 17:12:

@max X5-452: Geweckt wurden wir davon bisher noch nicht, aber es ist auch nicht um 6, sondern früher sogar. Da schlafen wir noch tief und fest.
Kleiner Hinweis? Hm, wir sind dann in der Nähe eines Platzes untergebracht, bei dem unsere Zurückhaltung in Sachen Naschen stark auf die Probe gestellt werden wird...

max X5-452 schrieb am 18.05.2012, 08:51:

Werdet ihr auch morgens um 6 Uhr von den Moscheen geweckt, die zum Gebet rufen.
Ansonsten, bin ich auch froh, dass Ihr erst einmal gesund angekommen seid. Janett, Du kennst doch bereits das Gewusel in der Türkei, ist doch nicht Dein erster Besuch. Allerdings, Istanbul setzt dabei wahrscheinlich noch das Krönchen auf.
Ich bin schon auf Montag gespannt, wegen Budapest. Kleiner Hinweis???

Birdy schrieb am 17.05.2012, 22:51:

Und wieder eine Karte... Danke :-)
Hier in Deutschland hat die Gefährlichkeit des Straßenverkehrs übrigens auch schlagartig zugenommen...

Jutta schrieb am 17.05.2012, 15:14:

Ja, das stimmt und wir sind ja schon von Spanien und Italien ein bisschen an chaotisches Autofahren gewöhnt... aber trotzdem etwas gewöhnungsbedürftig.

Na ja, du wirst ja nicht nur angesprochen, wenn du orientierungslos aussiehst. Ständig will dir jemand etwas verkaufen. Aber auch das kennen wir aus den anderen Ländern. Auf Dauer nervt es einfach, man reagiert nicht mehr, wen man angesprochen wird :-)

Ach ja, Kriminalität: Wir haben bisher nichts abbekommen. Die Kamera, die wir in Westminster Abbey verloren haben, fand sich an der Info wieder an, obwohl dort überall Schilder rumstanden, dass es von Dieben wimmeln solle. Auch meine Jacke, die ich einfach in Barcelona auf der coolen von Touris und Hehlern wimmelnden Brücke liegen gelassen habe,lag eine Stunde später immer noch dort. Wir passen aber auch recht gut auf die Sachen auf. Wertsachen nie im Rucksack etc., wir sind selten nachts unterwegs und oft in tourifreundlichen Gebieten. Ganz davon abgesehen befinden wir uns ja in Europa, in dem es von Polizisten nur so wimmelt. Man fühlt sich glatt überwacht ;-)

Malte schrieb am 17.05.2012, 00:02:

Das hört sich doch nach ein wenig mehr Abenteuer an als was ihr bisher hattet. Endlich mal schönste Regellosigkeit in Perfektion. An chaotischen Verkehr gewöhnt man sich übrigens auch halbwegs schnell. Und wer zu ängstlich ist, muss sich nur fragen, warum eigentlich so wenige Unfälle zu sehen sind ;)

Bei Orientierungslosigkeit angesprochen werden ist doch eigentlich sehr praktisch. Deutlich besser zumindest als Angst haben zu müssen, ausgeraubt zu werden, weil man gerade schwach und unkundig aussieht. Apropros: Wie ist es eigentlich mit Kriminalität bisher und insbesondere in Istanbul?