—Wie sich meine Sicht auf Europa verändert hat—
So vielfältig und doch ähnlich sind die einzelnen Ecken Europas - jedenfalls diejenigen, die wir besucht haben. Jedes Land bzw. jede Stadt hat ihre Eigenheiten, ihre Schwächen und ihre Stärken. Verbunden durch die Geschichte (und überall gibt es andere Sichtweisen auf die Geschichte) und das gemeinsame Selbstverständnis.
Wie mich Europa jetzt noch mehr begeistert, als vor meiner Reise. Vorher dachte ich: Ja, die EU und Europa das gibt’s und cool, die machen manchmal irgendwelche Gesetze, die doch nur zur Hälfte umgesetzt werden. :-)
Aber jetzt weiß ich: Da ist viel viel mehr und das ist großartig. Wir können einfach von einem Land zum nächsten Reisen und so frei sein, wie es irgendwie nur ein Europäer sein kann. Das ist beeindruckend. Ohne Schranken können wir uns bewegen und sind einfach überall auf diesem Kontinent willkommen.
Dieses Privileg wird einem erst dann bewusst, wenn man Leute trifft, die diese Vorzüge nicht genießen, die nur 90 Tage in der EU verbringen dürfen und bei ihrer Ein- und Ausreise aufpassen müssen, dass sie auch ja die richtigen Stempel bekommen…
Uns ermöglicht Europa ein vielfältiges kulturelles Angebot und mehr Reiseziele, als wir eigentlich bereisen können. Fangen wir bei London an, der Stadt, die allein als Stadt betrachtet weder hübsch, noch wirklich interessant ist. Aber hier leben so viele Menschen verschiedenster Herkunft, so dass du dich auch einfach nur hinsetzen und Leute angucken kannst. Die Schotten, die so gerne von Britanien unabhängig wären, es aber niemals hinbekommen werden, da es eigentlich keine Industrie und Landwirtschaft fast nur in Form von Schafen gibt – die Arbeitslosigkeit muss gravierend sein. Die Iren, die so gut über sich selber lachen können und hilfsbereit auf Touristen zugehen. Die Spanier, von denen wir eigentlich nichts mitbekommen haben, außer, dass sie gerne und viele Feiertage haben und zwischendurch Siesta machen. Die Italiener, die den Spaniern ähnlich sind, aber gerne eine gewisse rüde Unhöflichkeit an den Tag legen – vermutlich ihr Temperament. Die Türken, die so gerne Europäer wären, aber keine sind und ihren Gäste mit einer bemerkenswerten Herzlichkeit und Höflichkeit begegnen. Die Österreicher, die irgendwie sind, wie wir ;-)Die Ungarn, die den Österreichern vom Verhalten her ähnlich sind, aber irgendwie ihre Geschichte tragen, wie es die Iren tun und sich bemühen demokratischer zu werden. Und letztendlich die Tschechen, die eine wunderhübsche Hauptstadt haben und darauf auch scheinbar recht stolz sind.

Wenn man das so liest, fällt einem doch sehr schnell auf, dass da noch einiges fehlt. Ach ja, ich will wieder unterwegs sein - Osteuropa!

Es kommt mir so vor, als sei die Reise Teil eines anderen Lebens. Schon lange vorbei und irgendwie unwirklich. Aber nein, eineinhalb Monate sind eigentlich keine lange Zeit... Allerdings verändert sich mein Leben gerade rasant. Im Gegensatz zu Janett bin ich nämlich nicht in meinen alten, gewohnten Lebensrythmus zurückgekehrt. Mit dem Nach-Hause-Kommen begann das Wohnung-Suchen, Streichen, der Umzug. Ich weiß gar nicht, wo die Zeit hin ist...
Schätzungsweise habe ich nicht mal ein Drittel der letzten eineinhalb Monate zu Hause in Buxtehude verbracht. Umbruchstimmung. Mein neues Leben lässt noch bis zum 01.08. auf sich warten, aber das ist ja schon gar nicht mehr lange!

Wenn mich jemand fragt, welches die schönste Stadt war, die wir besucht haben, sage ich Prag! Ganz eindeutig, denn SCHÖN ist das richtige Wort! Am besten gefallen hat mir aber Istanbul, denn die Atmosphäre ist so anders und irgendwie aufregend, aber trotzdem herzlich. Widerum der netteste Ort ist Torridon - wir kamen dort hin und waren uns einig, dies war der schönste Ort, den wir beide bisher in unserem Leben besucht hatten.

Und 51 Tage zu zweit unterwegs zu sein und sich eigentlich nur miteinander austauschen zu können, ist wirklich anstrengend. Nie ist man allein (ok, immerhin auf der Toilette) und immer muss man irgendwie Rücksicht nehmen. Zugegeben, am Ende der Reise mussten Janett und ich eigentlich gar nicht mehr miteinander reden, weil unsere Gewohnheiten sich so angepasst hatten. Ich glaube, wir können wirklich stolz darauf sein, dass wir die Reise zu zwei so gut gemeistert haben!

Ich war zugegebener Maßen öfter als Janett im Internet. Nein, darauf kann ich nicht verzichten. Allerdings hatte ich kein Handy mit und ich glaube inzwischen, auf ein Handy könnte ich verzichten :-) Und was ich noch anmerken muss: Wir haben es hinbekommen jede Folge GNTM zu sehen, obwohl es im Ausland eigentlich nicht möglich sein sollte ;-) Das war aber meistens sehr gemütlich!

Vielen Dank, dass ihr alle so fleißig mitgelesen und Kommentare geschrieben habt. Kaum zu glauben, wir haben diese Reise gemacht, auf die wir uns fast ein Jahr gefreut haben... sechs Jahre Arbeiten breiten sich vor mir aus, aber dann vielleicht, irgendwann...
17.07.2012, 11:03
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—Pinneberg—
Wir sind jetzt schon über einen Monat wieder zurück und ich kann zwar nicht für Jutta sprechen, aber mich hat das ganz normale Leben wieder vollständig zurückerobert. Traurig, wirklich.

Doch vielleicht sollte ich anders starten.

Mit vielen Leuten habe ich in der Zwischenzeit schon geredet und je mehr Zeit vergeht, desto schöner war unsere Europareise natürlich. Und das war sie auch wirklich. Reisen, mit einem einzigen Rucksack voller Klamotten, die sieben Wochen reichen müssen, ist so selbstverständlich sehr anstrengend. Mein Rucksack wog in Hamburg noch 14,7 kg, in Dublin dann 16,0 kg, und auf den späteren Reisen, nachdem ich ein paar Klamotten bekanntlich für teuer Geld weggeschickt hatte, dafür dann aber meine dann überflüssige Fleecejacke in die Tasche tat, immer so knapp um die 15 kg. Mit so viel mehr Gewicht rumzulaufen ist wirklich schweißtreibend, aber das Schönste war ja, dass sich mein Körper irgendwann dran gewöhnt hatte. Ich tat es dann immer noch nicht gern, Gott bewahre, aber es war nicht mehr so anstrengend.

Das Selbe gilt übrigens für das viele Laufen. Ich hatte meinen Schrittzähler fast jeden Tag an und kann deswegen gut sagen, wie viel wir (oder ich jedenfalls) wirklich gelaufen sind. Am Anfang in London waren es um die 11.000 Schritte am Tag, Spanien/Italien/Istanbul dann eher in die Richtung 17.000. In der letzten Woche dann wieder nur 12.000 oder 13.000. In London haben mir die Füße noch richtig wehgetan, in Schottland sowieso (ich bin jeden Tag umgeknickt), aber das große Wunder war das verregnete Dublin, wo das blöde Wetter mich so angelenkt hat, dass ich gar nicht mitbekam, wie wenig mir die Beine überhaupt noch wehtaten. Deswegen sind wir ab dann auch mehr gelaufen: Wir wurden nicht mehr so schnell müde. Am Ende war es egal, ob wir 20.000 oder 5.000 Schritte gingen. Ich konnte den Unterschied nicht mehr feststellen. Übrigens machte ich wohl im Schnitt etwa 10% mehr Schritte als Jutta. Wenn wir selbst zählten oder auch unsere Schrittzähler verglichen, war bei mir immer die höhere Anzahl. Dafür bin ich auch 10cm kleiner.

Ich werde immer wieder nach meiner Lieblingsstadt gefragt. Die Frage ist sehr schwer zu beantworten. Optisch war es bestimmt Prag; wenige Städte sind so schön wie Tschechiens Hauptstadt. Von der Atmosphäre her gefiel mir Madrid, dicht gefolgt vom ebenfalls spanischen Barcelona, am besten. Am wohlsten habe ich mich aber in Istanbul gefühlt, nicht zuletzt wegen unseres großartigen Hostels. Torridon in Schottland war atemberaubend, aber am muss schon auf die Einsamkeit dort oben stehen. Am wenigsten haben mir Dublin und London gefallen. London hat einfach nichts, was für die Stadt spricht. Sie ist riesig, kalt und es tut mir ja leid, aber einfach nicht schön. Dublin hatte das Unglück, uns mit dem schlechtesten Wetter und Hostel unserer kompletten Reise zu begrüßen und allein deswegen schon die A-Karte gezogen. Ich muss aber auch zugeben, dass wir nirgends so freundliche Menschen getroffen haben wie dort. Die Iren sind unbeschreiblich nett und freundlich und nahmen mich mit ihrem gegen sich selbst gerichteten Galgenhumor für sie ein. Vielleicht fahre ich irgendwann noch einmal hin. Aber dann im Sommer, wenn es hoffentlich etwas wärmer ist.

Was auch immer wieder die Leute interessiert ist die Geldfrage. Es ist schwer zu schätzen, weil ich schon vorher so viel Geld für alles mögliche ausgegeben und dann nicht darüber Buch geführt habe. Aber ich vermute, die Reise kostete mich um die 3.500 Euro. Wir lebten unterwegs von einem Tagesbudget über 60 Euro und versuchten das immer einzuhalten. Im Großen und Ganzen klappte das auch und wir gingen sogar mit einem Plus aus dieser Reise. Wir hatten aber auch Glück, dass wir keine Lust hatten, Souvenirs in unseren Rucksäcken durch die Welt zu schleppen.

Unsere Eindrücke von der Reise kann man ja hier im Blog nachlesen, also werde ich darauf nicht weiter eingehen. Ich möchte noch gerne sagen, dass es wirklich schwierig war, so viel zusammen zu sein. Wir waren ja ernsthaft ununterbrochen zusammen und ich habe mich gern immer mal wieder eine Weile auf die Toilette verzogen und blieb dann dort auch ein paar Minuten, weil es einfach die einzige Zeit war, die ich ganz für mich hatte. Wir kamen trotzdem ohne einen großen Streit über die sieben Wochen und das finde ich sagenhaft. Ich glaube schon, dass es mit jemand anderem außer Jutta sehr viel wahrscheinlicher irgendwann richtig gekracht hätte.

Das nach der Reise war spannend. So sehr ich mich nach Ruhe und Einsamkeit gesehnt hatte, so ungern wollte ich beides haben. Die ersten vier Wochenende nach meiner Rückkehr war ich nur unterwegs. Bloß nicht allein sein, bloß nicht langweilen. Ich bin es gar nicht mehr gewohnt, so viel "Freizeit" zu haben. Mich rettete, dass ich nach nur einem freien Tag wieder arbeiten ging. Das fanden zwar viele sehr merkwürdig, wieso nahm ich mir nicht noch diesen einen Freitag und machte ein langes Wochenende draus?, aber ich war dankbar für meine Kollegen um mich rum. Es fiel mir die ersten Tage sehr schwer, mich auf meine Arbeit zu konzentrieren. So lange stillsitzen will erst wieder gelernt werden.

Meine Perspektive auf mein Leben hat sich ein bisschen geändert. Jetzt gerade weiß ich nichts mit mir anzufangen. Ich brauche wieder ein Ziel, etwas auf das ich mich freuen kann, aber mir fällt nichts ein. Alles ist langweilig und ich will wieder zurück nach unterwegs. Auch meine Hobbies sind ein bisschen eingeschlafen. Ich konnte sieben Wochen problemlos auf alles verzichten, was ich sonst so tat. Wie sehr kann es mir also am Herzen gelegen haben? Mein Leben unterwegs war ein ganz anderes. Einmal in der Woche guckte ich meine E-Mails nach. Einmal pro Woche telefonierte ich mit meiner Mutter. Und das war's auch schon. Mein normales Leben wurde zuvor vom Internet bestimmt. Ich liebe dieses Ding! Aber jetzt ist das alles ein bisschen eingeschlafen.

Vor dieser Europareise habe ich mich gefreut und immer gedacht, Ach, die ganzen Orte, die ich gesehen haben werde. Und jetzt? Ich denke nur: Ach, die ganzen Orte, an denen ich noch nicht war! Es kann also nicht verwundern, dass meine nächste große Reise bereits Form annimmt in meinem Kopf. Und wenn es dann soweit ist, geht es natürlich hier weiter im Blog. Ob das Fernweh irgendwann mal weniger wird? Jetzt gerade bezweifle ich es, sehr sehr stark.

Vielen Dank fürs fleißige Lesen und Kommentieren! Wir haben uns jeden Tag darauf gefreut zu lesen, was ihr zu sagen habt!
08.07.2012, 19:24
Das Letzte Bild der ReiseIm Vergleich noch mal eines der ersten Bilder
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—Extol Inn Hotel - Prag—
Prag stellt sich als eine der schönsten Städte, die wir besucht haben, heraus. Es hat nicht den exotischen, chaotischen Flair von Istanbul oder die atemberaubenden Landschaften von Schottland, aber wenn man durch die Innenstadt läuft, versteht man, warum so viele Hollywoodfilme hier gedreht werden. Es ist wirklich sehr hübsch. Man kann hier einfach in eine Richtung loslaufen und entdeckt immer nette Ecken. So getan gestern morgen. Nach einer Weile kamen wir bei der Altneu-Synagoge an, die älteste Synagoge der Stadt, die immer noch genutzt wird. Weil uns Synagogen auf unserer Liste der Gotteshäuser noch fehlten, kauften wir uns ein Ticket und sahen sie uns einmal von innen an. Viel kann man nicht dazu sagen: Sie ist vergleichsweise klein und es fehlt jeder Schmuck, den wir aus den Kirchen oder auch Moscheen kannten. Ob das jetzt für alle Synagogen allgemein zutrifft, können wir nicht sagen.
Später überquerten wir den Fluss und besichtigten die andere Seite von Prag im Burgviertel. Die Prager Burg ist die größte der Welt. Wir nahmen an einer Walking Tour durch das Viertel teil und trafen dabei wieder unsere neue brasilianische Freundin. In dem Komplex gibt es vieles zu sehen, aber richtig hängengeblieben ist nach mehr als drei Stunden Wanderung nicht viel. Burgtypisch liegt alles auf einem Hügel, von dem aus man einige gute Blicke auf die Stadt hat. Außerdem konnten wir eine Kathedrale besuchen und haben das einzige stehende Gewässer Tschechiens gesehen, dass von einer Wasserelfe beschützt wird ;)
Da die Tour sich etwas langzog, mussten wir uns anschließend ziemlich beeilen, da wir abends noch in einen Jazz Club wollten. Also ging's blitzschnell zurück ins Hostel, andere Sachen wurden angezogen und zurück in die Stadt zum Essen mit unserer Brasilianerin, um anschließend in die "Jazz Republic" zu gehen. Das ist ein kleiner Club mit Live Musik und einer großen Auswahl an alkoholischen Getränken ;). Außerdem trafen wir noch drei asiatische Brasilianerinnen, die unsere Runde vervollständigten. Es war ein sehr angenehmer Abend mit einer guten Gruppe, unser letzter in Prag und unser letzter auf der ganzen Reise. Heute machen wir noch den obligatorischen Spaziergang über die Karlsbrücke und decken uns mit Alkohol ein, dann geht's auch schon wieder nachhause.
30.05.2012, 09:38
St. Nikolaus KathedraleSt. Nikolaus KathedraleBlick über Prag
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—Extol Inn Hotel - Prag—
Schon wieder ist ein Tag vorbei und zack heute ist unser letzter ganzer Europareisetag. Morgen gehts schon wieder nach Hause :-( Aber jetzt sind wir mal nicht traurig, sondern genießen die kurze Zeit, die wir noch in Prag übrig haben.
Jedenfalls gestern haben wir mal wieder an einer Walking Tour teilgenommen... und zwar mit dem Unternehmen, mit dem wir auch die Walking Tour in Dublin gemacht haben: Sandemann. Und auch diese Walking Tour ließ nichts zu wünschen übrig. Wir besuchten die Altstadt, die Neustadt und das Judenviertel. Prag hat einfach eine wunderschöne Innenstadt und der Tourguide konnte uns mit einer Mischung aus Informationen und Witzen echt begeistern. Am besten ist eigentlich die Geschichte, wie Prag sich mit einer lustigen Idee gegen die Russen gewehrt hat: Sie haben einfach alle Ortsschilder in Tschechien abgeschraubt und dafür neue angeschraubt. Plötzlich hießen alle Orte gleich... das hat die Russen ziemlich verwirrt. Der gleiche Trick wurde dann auch bei einem Aufstand gegen die Nazis genutzt.
Die Tschechen hatten sich übrigens schon am 07.05.1945 von den Nazis aus eigener Kraft befreit. Als dann die Russen einen Tag später kamen, um die Tschechen zu befreien, wollten und mussten sie gar nicht mehr befreit werden. Das sahen die Russen allerdings nicht so :-)
Bei der Walking Tour lernten wir mal wieder ein paar Leute kennen, darunter eine Brasilianerin, mit der wir dann auch Lunch aßen und uns über unsere Reisen austauschten.
Am Nachmittag fuhren wir mitm Böötchen über die Moldau und hatten echt tolle Panoramablicke auf die Prager Burg und die echt hübschen Gebäude. Außerdem hatten wir das Boot fast für uns allein: Es waren insgesamt noch vier andere Passagiere dabei. Also eigentlich war es mehr eine private Moldaufahrt :-)
Abends trafen wir unsere Brasilianerin wieder. Wir hatten uns extra eine Absinthbar gesucht und Janett war wie im siebten Himmel. Vor allem nachdem sie den B-52 getrunken hatte: Baleys, Absinth und Sambuca als Shot. Jutta traute sich nur an einen Absinthcocktail: Erdbeermojito mit Absinth. Hmmm... lecker!!
Allerdings ekelten sich die Amerikaner, die neben uns saßen ziemlich vor ihrem Absinth. Sie hatten einfach eine Probiermischung bestellt, die sie nicht mochten. Wir bekamen also zwei reine Absinths aus ihrem Sortiment geschenkt. Sehr lustig waren ihre Fotoapperate, denn genau das waren sie. Old-School-Kameras. Sie hatten alle ihre Ladegeräte für die eigenen Kameras vergessen und mussten dann also auf die Einwegkameras umsteigen :-)
29.05.2012, 10:24
Astrologische UhrPrager GemeindehausDie Moldau
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—Extol Inn Hotel - Prag—
Dass wir gestern abend den Grand Prix geguckt haben, ist ja schon bekannt. Aber wir haben auch noch anderes getan an unserem letzten Tag in Budapest.
Die Stadt ist bekannt für seine vielen, vielen Heilbäder und natürlichen Quellen. Als die Türken das Land belagerten, bauten sie als Erstes einmal ein paar Bäder zur Entspannung vom Krieg. Krieg gabs nicht lange, aber die Bäder sind immer noch da und niemand kann behaupten in Budapest gewesen zu sein, wenn er nicht auch mindestens einmal hier gebadet hat. Bei den Einwohnern ist diese Tätigkeit so beliebt, dass die meisten es mindestens wöchentlich machen. Wir suchten uns Rudas Bad aus, das ganz in der Nähe unseres Hostels liegt. Hier gibt es sechs verschiedene Becken, die sich hauptsächlich in der Wassertemperatur unterscheiden. Wir drehten die Runde zweimal: Angefangen bei 28° C, dann zu 30°, 33°, 38° und am Ende dann die 42° C. Außerdem gab es noch ein kleines Becken mit 4,2° C, aber das war dann doch zuviel, bzw. zu wenig. Jutta hat sich aber trotzdem getraut.
Außerdem gibt's dort noch Saunen, die wir auch kurz besucht haben. Das Bad an sich ist überraschend klein und man kann den türkischen Einfluss gut erkennen. Es gibt eine kleine Kuppel über dem Hauptbecken und ist nett verzierrt. Da die Wassertemperatur ungefähr der Körpertemperatur entspricht, kann man auch ewig im Wasser liegen bleiben ohne dass einem kalt wird. Wirklich sehr entspannend.
Nachdem wir also so gut ausgeruht waren, mussten wir etwas Action in unseren Tag bringen, denn rumliegen und relaxen macht erstaunlich müde. Wir schlossen uns deswegen zur Abwechslung mal wieder einer Walking Tour an. Diesmal unter dem Motto "Kommunistisches Budapest". Uns wurden Gebäude und Plätze aus der Zeit der russischen Besatzung gezeigt und unser Tour-Guide erzählte uns interessante Geschichten aus ihrem Leben damals. Das war die beste Walking Tour, die wir in Budapest gemacht haben, sehr interessant und lustig. Und außerdem trafen wir wieder eine Australierin, die wir schon auf den letzten Touren kennengelernt hatten. Beim Erzählen, was wir so die letzten Tage getan hatten, stellten wir dabei fest, dass wir eigentlich immer an den gleichen Orten waren, teilweise sogar zur gleichen Zeit. Budapest ist halt klein.
Ja, und abends war dann Grand Prix Zeit. Wie die Tradition es will, besorgten wir uns Pizza und Gummibärchen und machten es uns dann vor dem Fernseher bequem. Das erregte die Aufmerksamkeit einer Australierin aus unserem Hostel und nachdem wir erzählten, was wir vor hatten, schloss sie sich spontan unserer Runde an. Kurz danach kam auch noch die Diensthabene vom Hostel dazu und etwas später noch zwei deutsche Jungs, so dass wir insgesamt mit Vicky via Skype doch eine große, lustige Runde waren. Unsere Nacht endete somit um etwa 1 Uhr nachts und da wir schon um halb sechs wieder aufstehen mussten, bekamen wir heute nicht sehr viel Schlaf ab.
Jetzt sind wir schon in Prag, haben unsere wöchentliche Ladung Wäsche gewaschen und versuchen, die aktuelle Folge GNTM runterzuladen. Prag ist auch unsere letzte Station und wir sind gespannt, was die Stadt für uns bereithält.
27.05.2012, 18:59
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